Was ist KI?
Was bedeutet Künstliche Intelligenz?
Künstliche Intelligenz (KI) steht für Software- und Robotik-Systeme, die Merkmale zeigen, für die gemeinhin menschliche Intelligenz vorausgesetzt wird. Sprich: Die Systeme sind in der Lage, abstrakt beschriebene Aufgaben und Probleme eigenständig zu lösen – ohne dass jeder Schritt vorab vom Menschen programmiert wurde. Zugleich beschreibt Künstliche Intelligenz ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Entwicklung dieser Systeme beschäftigt.
Eine besonders bekannte Form der KI ist die generative KI. Generative KI bezeichnet KI-Systeme, die auf Basis einer User-Anfrage (Prompt) eigenständig neue Inhalte wie Texte, Bilder, Videos oder Audiodateien erzeugen.
Sie nutzen große Modelle, die Wahrscheinlichkeitsverteilungen über mögliche Ausgaben berechnen und daraus neue Ergebnisse generieren. Ihre Fähigkeit, Inhalte auf Basis erkannter Strukturen neu zusammenzusetzen, macht sie vielseitig einsetzbar.Bekannte Beispiele sind ChatGPT (OpenAI, USA), Claude (Anthropic, USA), Gemini (Google, USA), DeepSeek (China), Llama (Meta, USA), Vibe (Mistral AI, Frankreich) oder FLUX (Black Forest Labs, Deutschland).
Generative KI, insbesondere große Sprachmodelle, ist die Grundlage für die Entwicklung intelligenter Technologien der nächsten Stufe – der KI-Agenten: Agentische KI löst eigenständig spezifische Aufgaben. Hierfür interagiert sie mit Menschen, weiteren KI-Agenten oder -Tools, und erstellt Pläne, zieht Schlussfolgerungen und greift auf externe Werkzeuge wie Datenbanken oder Applikationen zurück. In Multi-Agenten-Systemen interagieren verschiedene Agenten und kontrollieren sich sogar gegenseitig, etwa indem sie unterschiedliche Rollen einnehmen. Es ist der Schritt vom reaktiven Werkzeug zum proaktiven Akteur.
Auch wenn der Begriff in aller Munde ist: Eine allgemein akzeptierte Definition zu KI gibt es nicht.
Nicht zuletzt, weil es schwierig zu bestimmen ist, was als „intelligent“ gilt.
Künstliche Intelligenz und Algorithmen
Oftmals werden die Begriffe KI und Algorithmen fälschlicherweise gleichgesetzt. Algorithmen beschreiben einen definierten Rechenweg, der zu einem erwartbaren Ergebnis führt. Bei gleichen Eingaben bleibt auch das Ergebnis immer gleich – ähnlich einem Kochrezept. Zwar basiert auch Künstliche Intelligenz auf Algorithmen. Im Unterschied zu klassischen Algorithmen lernen die in modernen KI-Systemen verwendeten Algorithmen aber laufend dazu – sei es in einem vom Menschen gesteuerten Training oder selbstständig. Grundlage für diesen Lernprozess ist eine große Menge an Daten. Mit vielen und möglichst qualitativ hochwertigen Daten können KI-gestützte Systeme in Sekundenschnelle zu Ergebnissen kommen, für die Menschen sehr lange rechnen müssten.
KI-Technologien
Künstliche Intelligenz beschreibt nicht eine bestimmte Technologie, sondern eine Vielzahl an Techniken, die Computersysteme intelligent erscheinen lassen – weil sie in der Lage sind, Dinge wahrzunehmen, Probleme zu lösen oder eigenständig bzw. vom Menschen assistiert Handlungen auszuführen. Diese Techniken basieren zumeist auf großen Datenmengen und lassen sich nicht streng voneinander abgrenzen. Hier eine Auswahl:
Bilderkennung und -analyse
Deepfakes
Sensorik
Datenmanagement und -analyse
Natürliche Sprachverarbeitung
Robotik
Mensch-Maschine-Interaktion
Wie lernt KI?
KI-Systeme lernen zunächst nicht von sich aus. Sie müssen trainiert werden, und zwar mit vielen Daten. Hier kommt die Methode des maschinellen Lernens zum Einsatz:
Maschinelles Lernen (engl. Machine Learning) ist eine grundlegende Methode der Künstlichen Intelligenz. Auf ihr basieren die größten Fortschritte der vergangenen Jahre. Auch beim maschinellen Lernen programmiert der Mensch – allerdings nicht mehr fertige Lösungen, sondern Programme, die die Problemlösung anhand von Trainingsdaten erlernen. Zum Einsatz kommen dabei spezielle Algorithmen, die in Beispieldaten Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen und diese auf neue Daten anwenden.
Allerdings: Mit falschen oder unvollständigen Daten gefüttert, liefert auch KI falsche oder unvollständige Ergebnisse.
Innerhalb des maschinellen Lernens werden drei Lernstile unterschieden:
Überwachtes Lernen
Beim überwachten Lernen liefert der Mensch dem Computersystem neben den Trainingsdaten auch das erwartete Ergebnis. Soll der Algorithmus in einem Bild etwa eine Katze identifizieren, erkennt darin aber einen Hund, passt er sein Rechenmodell an. Das wiederholt der Lernalgorithmus bei Fehlern so lange, bis er Katzenbilder verlässlich erkennt.
Unüberwachtes Lernen
Beim unüberwachten Lernen speist der Mensch nur die Eingabedaten in das System, ohne weitere Erläuterungen. Der Lernalgorithmus erzeugt ein Modell, dass die Eingaben abstrakt beschreibt und muss nun selbstständig Muster finden. Meist wird diese Methode eingesetzt, um große Datensätze zu clustern oder zu segmentieren.
Verstärkendes Lernen
Beim verstärkenden Lernen trainiert der Mensch den Lernalgorithmus über Feedback: Für erfolgreiche Handlungen erhält der Algorithmus eine positive Rückmeldung, bei Fehlern eine negative. Ziel des KI-Systems ist es, möglichst viel positives Feedback zu erhalten. Auf diese Weise lernt es beispielsweise die Regeln eines Spiels.
Deep Learning
Ein besonders leistungsfähiger Teilbereich des maschinellen Lernens ist das Deep Learning. Es basiert auf sogenannten künstlichen neuronalen Netzen, die mehrere Schichten umfassen: In der ersten Schicht erkennt der Algorithmus beispielsweise ein Muster, in der zweiten ein Muster von Mustern und so weiter. Je komplexer das Netz, desto komplexere Sachverhalte kann der Algorithmus verarbeiten.
Inspiriert ist diese Lernmethode von den Mechanismen des menschlichen Gehirns. Angewendet wird Deep Learning zum Erkennen von Bildern, Sprache und Objekten. Allerdings: Wie das trainierte neuronale Netz zu Ergebnissen kommt, ist für den Menschen nicht nachvollziehbar – und bleibt damit eine Black Box. Einblicke in die Black Box gewährt das Forschungsfeld der erklärbaren KI.
KI verstehen: Geschichte, Gegenwart und Grundlagen
Die Erklärfilme der Plattform Lernende Systeme ordnen zentrale Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz ein und zeigen, welche Rolle die Technologie heute spielt. KI ist keineswegs erst eine Errungenschaft des 21. Jahrhunderts: Ihre Grundlagen wurden bereits Mitte der 1950er Jahre gelegt. Phasen großer Erwartungen an Maschinen als universelle Problemlöser wechselten sich mit Zeiten der Ernüchterung ab – den sogenannten KI-Wintern. Neue Methoden, stark wachsende Rechenleistung und große Datenmengen sorgten zur Jahrtausendwende für neuen Auftrieb, der bis heute anhält.
Ein besonderer Fokus liegt auf generativer KI. Sprachmodelle wie ChatGPT & Co. beantworten Fragen, erstellen Programmcode oder fassen wissenschaftliche Studien zusammen; andere Systeme erzeugen Bilder oder Musik. Die Anwendungen verändern Alltag und Arbeitswelt bereits spürbar. Zugleich können generative KI-Systeme falsche Informationen liefern oder diskriminierende Inhalte reproduzieren. Umso wichtiger ist es, ihre Potenziale und Risiken zu verstehen und sie verantwortungsvoll einzusetzen.
Ergänzend vermitteln die Video-Tutorials Grundlagenwissen darüber, wie KI-Systeme lernen – verständlich aufbereitet und ohne einschlägiges Vorwissen. Protagonisten sind Studierende verschiedener Fachdisziplinen sowie Mit-Autoren des Buchs Wie Maschinen lernen. Gedreht wurden die Videos mit freundlicher Genehmigung im Technikmuseum Berlin.
Erklärfilme
Tutorial-Reihe
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