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Künstliche Intelligenz erleichtert unseren Alltag und unser Arbeitsleben. Aber jede Medaille hat zwei Seiten – und so gibt es für den Einsatz von KI einige Dinge zu beachten. KI-Systeme unterscheiden sich von klassischer Software: Sie verarbeiten große Datenmengen, lernen aus Beispielen und können Ergebnisse liefern, die nicht immer richtig oder nachvollziehbar sind. Das bringt neue ethische, rechtliche und sicherheitstechnische Herausforderungen mit sich.

Um KI verantwortungsvoll zu nutzen, sollten ihre Ergebnisse stets kritisch hinterfragt und – insbesondere bei wichtigen Entscheidungen – mit verlässlichen Quellen überprüft werden. Personenbezogene oder vertrauliche Informationen sollten nur mit großer Vorsicht in KI-Anwendungen eingegeben werden. Außerdem ist es sinnvoll, offen kenntlich zu machen, wenn Inhalte ganz oder teilweise mit KI erstellt wurden. Wer KI nutzt, sollte zudem auf seriöse Anbieter achten und die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen der verwendeten Anwendungen prüfen. So kann Künstliche Intelligenz ihre Stärken entfalten und gleichzeitig verantwortungsvoll zum Nutzen der Menschen eingesetzt werden.

Nimmt uns KI die Jobs weg?

Bei allen Vorteilen und Erleichterungen, die KI-Systeme künftig versprechen: Ihr zunehmender Einsatz wird Arbeitsabläufe sowie die Arbeitswelt als Ganzes verändern. Sowohl in der Industrie als auch bei Dienstleistungsberufen ist zu erwarten, dass viele Routinetätigkeiten künftig durch oder in Zusammenarbeit mit KI erledigt werden. Zugleich entstehen neue Tätigkeiten – angefangen vom Trainieren der Algorithmen über die Interpretation und Bewertung der Vorschläge, die die KI liefert, bis hin zu Wartung, Kontrolle und Neuprogrammierung der Systeme und zu Koordinationsaufgaben bei Multi-Agenten-Systemen.

Manche Fähigkeiten bleiben auch weiterhin dem Menschen vorbehalten. Dazu gehören situationsbedingtes Handeln und Kreativität. Tritt etwas nicht Einkalkuliertes ein, passen sich Menschen oft sehr schnell an, denken um und bewältigen die Situation anders als ursprünglich geplant. Maschinen stoßen hier an ihre Grenzen – auch weil ihnen Erfahrungswissen fehlt. Kreativität wiederum ist etwas, das KI nachahmen, jedoch nicht eigenständig entwickeln kann.

Kurz: KI wird den Menschen zunehmend unterstützen, aber nicht ersetzen. Ähnlich, wie bei der Einführung anderer neuer Technologien – sei es die Dampfmaschine oder das Internet.

Ist mein Job in Gefahr? Der Job Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) weiß mehr.

Wie sicher sind unsere Daten?

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KI lernt aus Daten. Sie sind Fundament und zugleich Achillesferse der Technologie, da sie ein Einfallstor für Missbrauch und Hackerangriffe bieten. Insbesondere wenn KI-Systeme personenbezogene oder nicht ausreichend anonymisierte Daten verarbeiten, muss sichergestellt sein, dass diese nicht für unerwünschte Zwecke verwendet, manipuliert oder gestohlen werden. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein intelligentes Roboterwerkzeug kann via Kamera bereits heute Arbeitsschritte und Bewegungen von Beschäftigten erfassen, um diese bestmöglich zu unterstützen. Dabei muss aber ausgeschlossen sein, dass der Arbeitgeber diese Daten für eine ungerechtfertigte Leistungskontrolle nutzt.
  • Für viele KI-Anwendungen ist es notwendig, dass mehrere Unternehmen ihre Daten miteinander teilen. Eine intelligente Reise-App zur Routenplanung verknüpft zum Beispiel die Informationen von diversen Verkehrsbetrieben und Carsharing-Anbietern. Dabei müssen die Eigentums- und Nutzungsrechte an den Daten unbedingt gewahrt bleiben.

Alle digitalen Technologien beruhen auf Daten, die vor Missbrauch zu schützen sind. Bei KI kommt eine weitere Bedrohung hinzu: KI-Systeme lernen selbstständig aus neuen Daten dazu. Die Ergebnisse sind für die Programmierenden kaum nachvollziehbar, der Schutz des Lernprozesses ist deshalb besonders schwierig. Verschaffen sich Hacker Zugriff zu einem KI-System und verfälschen die Daten, kann dies dazu führen, dass die KI im Einsatz Fehlentscheidungen oder falsche Vorhersagen trifft.

Verbessern lässt sich die Datensicherheit bei KI-Systemen, indem persönliche Daten pseudonymisiert oder anonymisiert werden. Auch neue Lernverfahren, die mit wenigen Trainingsdaten auskommen, erhöhen den Schutz.

KI-Systeme können nicht nur Ziel, sondern auch Werkzeug gegen Cyberangriffe sein. So kommen KI-Verfahren bereits in vielen IT-Sicherheitslösungen zum Einsatz und erhöhen die Sicherheit von Computern. Andererseits ermöglicht KI aber auch neue und effektivere Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle.

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für Kinder?

Künstliche Intelligenz gehört für viele Kinder und Jugendliche bereits zum Alltag – etwa beim Lernen, Spielen oder bei der Nutzung digitaler Angebote. Richtig eingesetzt kann KI eine wertvolle Unterstützung sein: Sie kann Fragen erklären, beim Lernen helfen, kreative Ideen liefern oder Inhalte verständlicher machen. Besonders in der Bildung bietet KI die Chance, Kinder individuell zu unterstützen und auf unterschiedliche Lernbedürfnisse einzugehen.

Gleichzeitig brauchen Kinder einen bewussten und sicheren Umgang mit KI. Sie müssen lernen, dass KI zwar hilfreiche Antworten geben kann, aber auch Fehler macht oder falsche Informationen erzeugen kann. Wichtig sind deshalb ein guter Schutz persönlicher Daten, kindgerechte Angebote und die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Eltern, Schulen und andere Bildungseinrichtungen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie können Kinder begleiten und ihnen helfen, KI selbstständig, sicher und verantwortungsvoll zu nutzen.

Weiterführend: Welche spezifischen Herausforderungen es gibt, wenn Kinder mit KI interagieren, erklärt das Interview mit Klaus Heine, Professor für Recht und Ökonomie an der Erasmus School of Law in Rotterdam: „Die Suchtgefahr ist ungleich größer als bei Erwachsenen.“

Wie Kinder und Jugendliche in digitalen Welten wirksam geschützt werden können, ohne den Datenschutz und ihre informationelle Selbstbestimmung einzuschränken, diskutieren Olaf Köller, geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Peter Rost, Director Business Development bei der secunet Security Networks AG, und Judith Simon, Professorin für Ethik der Informationstechnologien an der Universität Hamburg, in der Podcast-Folge „Altersverifizierung – oder dürfen Kinder alles sehen?“

 

Wer haftet, wenn die KI einen Schaden verursacht?

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Künstliche Intelligenz übernimmt heute bereits viele Aufgaben und wird künftig noch stärker in Alltag und Arbeitswelt eingesetzt. Mit ihrem wachsenden Einsatz stellen sich auch rechtliche Fragen – etwa, wer verantwortlich ist, wenn ein KI-System einen Fehler macht oder dadurch ein Schaden entsteht. Anders als Menschen oder Unternehmen ist Künstliche Intelligenz rechtlich keine Person. Sie kann deshalb weder selbst Verantwortung übernehmen noch für Schäden haftbar gemacht werden.

Mit dem AI Act hat die Europäische Union erstmals ein umfassendes Regelwerk für Künstliche Intelligenz geschaffen. Es verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je größer die möglichen Auswirkungen eines KI-Systems auf Menschen und Gesellschaft sind, desto strengere Anforderungen gelten für seine Entwicklung und seinen Einsatz. Besonders sensible Anwendungen – etwa in der Medizin oder im Verkehr – müssen deshalb hohe Anforderungen an Sicherheit, Transparenz und menschliche Aufsicht erfüllen. Für generative KI gelten zusätzlich Transparenzpflichten, beispielsweise wenn KI-generierte Inhalte für Nutzerinnen und Nutzer kenntlich gemacht werden müssen.

Kommt es dennoch zu einem Schaden, bleibt die Verantwortung grundsätzlich bei den beteiligten Menschen oder Organisationen – etwa bei Herstellern, Anbietern oder Nutzenden. Wer im Einzelfall haftet, richtet sich nach den jeweils geltenden Gesetzen und den Umständen des konkreten Falls.

Weiterführende Informationen zum AI Act

Expertenstimmen zur Kennzeichnungspflicht des AI Acts

Seit 2. August 2026 müssen Anbieter von KI-Systemen, die synthetische Inhalte erzeugen, deren Ausgaben maschinenlesbar kennzeichnen. Bei Deepfakes muss zudem offengelegt werden, dass die Bild-, Ton- oder Videoinhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden. So können technische Systeme die Markierung auslesen und Menschen den Ursprung eines Inhalts erkennen.

Wie diese Kennzeichnung technisch umsetzbar ist, was solche Hinweise gesellschaftlich leisten können und wo ihre Aussagekraft endet, diskutieren Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), und Ahmad-Reza Sadeghi, Leiter des System Security Lab an der TU Darmstadt, in der Podcast-Folge „Kennzeichnungspflicht von KI – verhindern wir so den ‚Tod‘ des Internets?“.

Wie fair entscheiden KI-Systeme?

Entscheidungen von Computerprogrammen erscheinen faktenbasiert, objektiv und neutral. Tatsächlich aber treffen KI-basierte Systeme immer wieder problematische oder diskriminierende Entscheidungen. So etwa in den USA, wo KI-Systeme zur Bewertung der Rückfallwahrscheinlichkeit von Straftätern herangezogen wurden. Schwarze Menschen erhielten dabei durchwegs schlechtere Prognosen als weiße Menschen.

KI-Systeme sind von sich aus nicht in der Lage, moralische Entscheidungen zu treffen. Grundlage für ihre Empfehlungen sind Algorithmen und Daten, mit denen sie trainiert wurden. Letztere stammen aus der Vergangenheit und werden genutzt, um Prognosen für die Zukunft zu treffen. Diskriminierung kann dabei unter anderem wie folgt entstehen:

  • Entwicklung der KI: Wählen die Programmierenden – bewusst oder unbewusst – unvollständige, verzerrte oder vorurteilsbehaftete Trainingsdaten aus, übertragen sie die in der Gesellschaft etablierten Vorurteile in die Software.
    Zum Beispiel: Ein KI-System wird zum Vorsortieren von Jobbewerbungen mit den Daten der in der Vergangenheit erfolgreich eingestellten Beschäftigten trainiert. Waren diese überwiegend männlich, lernt der Algorithmus, Bewerbungen von Männern besser zu bewerten als diejenigen von Frauen. Auf technischem Wege greift das KI-System bestehende Diskriminierungen auf und verschärft diese gegebenenfalls noch.
  • Anwendung der KI: Dies ist der Fall, wenn die Daten, aus denen das System laufend dazu lernt, systematisch manipuliert wurden oder unbeabsichtigt verzerrt sind.
    Zum Beispiel: Ein Chatbot wurde während seines Einsatzes mit fremdenfeindlichen und frauenverachtenden Konversationen gefüttert. So lange, bis er schließlich selbst diskriminierende Antworten gab.

Damit eine KI faire Ergebnisse liefert, müssen für die Programmierung der Systeme die richtigen Daten ausgewählt werden. Dazu müssen sich KI-Entwicklerinnen und -Entwickler über bestehende Diskriminierungen in unserer Gesellschaft bewusstwerden, die in Daten abgebildet sind.

Weitere Beispiele für diskriminierende KI-Systeme:

  • Werbung auf Online-Suchmaschinen
  • Preis- und Suchdiskriminierung im Internet
  • Planung von Polizeieinsätzen / Predictive Policing
  • Profiling

Wie können wir Ergebnisse von KI-Systemen nachvollziehen?

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Selbstlernende Maschinen und Computerprogramme können in kürzester Zeit große Datenmengen analysieren und daraus Schlüsse ziehen – sehr viel schneller als Menschen. Am Ende dieses Prozesses steht eine Empfehlung oder Entscheidung des KI-Systems – etwa das automatisierte Fahrzeug selbstständig zu bremsen, wenn ein Kind plötzlich auf die Straße tritt. Dieser Entscheidungsweg ist für Menschen oft nicht mehr nachvollziehbar.

Transparenz ist aber wichtig, damit wir den KI-Systemen vertrauen können. Dies gilt umso mehr, je schwerer die Folgen im Falle einer falschen Entscheidung wären – etwa bei einem Unfall eines selbstfahrenden Autos oder der Fehldiagnose eines medizinischen Assistenzsystems. Um Licht in die so genannten Blackbox-Systeme im Inneren einer KI zu bringen, wird an Methoden der erklärbaren KI (engl. Explainable AI, kurz XAI) gearbeitet. Sie sucht nach Möglichkeiten, die versteckte Logik oder einzelne Entscheidungen und Empfehlungen der KI für den Menschen besser nachvollziehbar oder erklärbar zu machen. Vollständige Transparenz maschineller Entscheidungen ist aber kaum möglich.

Weiterführend: Warum erklärbare KI für den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen eine wichtige Rolle spielt, erklärt das Interview „Erklärbare KI – Gamechanger für den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz moderner KI-Systeme“ mit Wojciech Samek, Professor für maschinelles Lernen und Kommunikation an der TU Berlin und Leiter der Abteilung für Künstliche Intelligenz und der Explainable AI Group am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) Berlin.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

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Expertin zum Thema: Wie kommt Ethik in die KI?

Jessica Heesen leitet den Forschungsschwerpunkt Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. In verschiedenen Forschungsprojekten und in der Plattform Lernende Systeme befasst sie sich mit Fragen einer wertorientierten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz.

Im Video-Interview erläutert sie, warum ethische Werte bei der Entwicklung von KI eine Rolle spielen sollten, wo KI diskriminierende oder ungerechte Ergebnisse erzielt und was sich dagegen tun lässt.

Globale Standards für KI

Künstliche Intelligenz kann vieles. Doch nicht alles, was technologisch möglich ist, sollte auch umgesetzt werden. So können KI-Systeme in den falschen Händen beispielsweise zur Überwachung politischer Minderheiten genutzt werden. Und in jedem Anwendungsfall geben wir ein Stück menschlicher Kontrolle an die intelligenten Maschinen ab. Wo ziehen wir also die Grenze?

Wann und wie wir Künstliche Intelligenz nutzen wollen, bestimmen wir – in Form von gesetzlichen Vorschriften, freiwilligen technischen Branchen-Standards und Normen oder Selbstverpflichtungen von Unternehmen.

Die Regulierung von Künstlicher Intelligenz hat in der Europäischen Union (EU) mit dem AI Act einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Die EU und speziell Deutschland nehmen besonders die Wahrung der Persönlichkeitsrechte, den Datenschutz sowie die Sicherheit und Transparenz bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI in den Blick.

Ein Instrument zur Regulierung von KI ist die Zertifizierung von KI-Anwendungen, eine Art freiwilliger TÜV für Künstliche Intelligenz. Dabei prüfen unabhängige Dritte nach vorher festgelegten Kriterien, ob ein KI-System sicher und zuverlässig ist. Insbesondere die Qualität von kritischen Anwendungen, die Menschen gefährden, diskriminieren oder ihre Freiheit einschränken könnten, kann mit einem Zertifikat besiegelt werden. Eine Zertifizierung von KI wird derzeit vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) mit Beteiligung von vielen Partnern vorangetrieben.

Für Niedrigrisiko-KI bietet der Qualitätsstandard der MISSION KI einen klaren Rahmen.