Neue Folge „Einstiegsdebatten“: Kennzeichnungspflicht von KI – verhindern wir so den „Tod“ des Internets?

Mit „Einstiegsdebatten“ lanciert acatech ein neues Podcast-Format für alle, die in aktuelle Technologiefragen einsteigen und fundiert mitdiskutieren wollen. Jede Folge bringt unterschiedliche fachliche Perspektiven zu einem Technologiethema zusammen. Den Auftakt bildet die dreiteilige Pilotstaffel „Mit Tempo ins KI-Zeitalter – aber mit Gurtpflicht!“. Diese Staffel entstand in Zusammenarbeit mit der Plattform Lernende Systeme (PLS), deren Geschäftsstelle bei acatech angesiedelt ist.

Die zweite Folge des acatech Podcasts „Einstiegsdebatten“ lotet aus, was eine Kennzeichnungspflicht dagegen ausrichten kann und wer sie wirksam machen muss.

Generative KI kann das Netz in kürzester Zeit mit neuen Inhalten fluten. Verdrängen künstliche Beiträge zunehmend menschliche und werden selbst zum Trainingsmaterial, lernt KI immer mehr von KI. Woher ein Inhalt stammt und wie verlässlich er ist, lässt sich dann immer schwerer erkennen. Im schlimmsten Fall droht, was zugespitzt als „Tod des Internets“ bezeichnet wird.

Darüber sprechen zwei acatech Mitglieder in der zweiten Folge der Pilotstaffel „Mit Tempo ins KI-Zeitalter – aber mit Gurtpflicht!“. Ahmad-Reza Sadeghi, Leiter des System Security Lab an der TU Darmstadt und Mitglied in der Arbeitsgruppe „IT-Sicherheit und Privacy“ der Plattform Lernende Systeme (PLS), erläutert, wie sich KI-Inhalte technisch markieren lassen und wie leicht Kennzeichnungen identifiziert oder gezielt entfernt werden können. Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) und Mitglied der PLS-Arbeitsgruppe „Recht und Ethik“, erörtert, was solche Hinweise gesellschaftlich leisten können und wo ihre Aussagekraft endet. Beide Perspektiven greifen ineinander: Was können Technik, Regeln und Gesetze absichern und was muss durch verantwortliches Handeln gelöst werden?

Ab August wird Kennzeichnung zur Pflicht

Am 2. August 2026 werden die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act verbindlich. Anbieter von KI-Systemen, die synthetische Inhalte erzeugen, müssen deren Ausgaben maschinenlesbar kennzeichnen. Bei Deepfakes muss zudem offengelegt werden, dass die Bild-, Ton- oder Videoinhalte künstlich erzeugt oder manipuliert wurden. So können technische Systeme die Markierung auslesen und Menschen den Ursprung eines Inhalts erkennen.

Doch eine Kennzeichnung wirkt nicht von selbst: Entscheidend ist, wer dafür sorgt, dass sie erhalten bleibt, sichtbar wird und verstanden werden kann.

Jetzt reinhören: Kennzeichnungspflicht von KI – verhindern wir so den „Tod“ des Internets?

Der acatech Podcast „Einstiegsdebatten“ ist hier und auf den gängigen Podcast-Plattformen zu finden.

Weitere Informationen:

Petra Brücklmeier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lernende Systeme – Die Plattform für Künstliche Intelligenz
M.: +49 151/62757960
presse@plattform-lernende-systeme.de

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